Kleinod behutsam entwickeln

Kleinod behutsam entwickeln

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Das alte Feuerwehrhaus in der Kirchstraße am Annaplatz ist ein architektonisches Kleinod. Überlegungen zu einer möglichen rückwärtigen Bebauung und Verdichtung zeigen: Es ist Zeit, sich über die langfristige Nutzung und Gestaltung Gedanken zu machen. Statt einer simplen Nachverdichtung sind Ideen gefragt.

Immer wieder flammen Diskussionen um das alte Feuerwehrhaus am Annaplatz auf. Der imposante Jugendstilbau in städtischem Eigentum und derzeit zu Wohnzwecken in den oberen Etagen vermietet, präsentiert sich still verträumt. Rückwärtig gelegen ist ein stattliches Hofareal- derzeit mit Garagen leidlich genutzt. Architektonisch ist es ein Juwel. Ein markanter Zweckbau, welcher sich in die dörflich intime Platzatmosphäre einfügt. Kein Wunder, dass immer wieder Gerüchte um die Zukunft des Hauses die Runde machten. Ein Objekt, das Begehrlichkeiten zu wecken im Stande ist!

Nachdem die Stadtverwaltung bereits im Jahr 2014 mittels Bauvoranfrage die Bebaubarkeit im Hofbereich baurechtlich hatte klären lassen, ist nun erneut Bewegung in die Sache gekommen. Nachdem unserer Bürgerverein die Informationen erhalten hatte, dass den Garagenpächtern zum Jahresende 2016 gekündigt worden sei, konnten Gemeinderäte, Bürgerverein und Presse (BZ 26.11.2016) Folgendes in Erfahrung bringen: Die Stadt plant derzeit keinen Verkauf. Auch soll das Feuerwehrhaus an sich nicht angetastet werden. Allerdings soll Anfang 2017 im Gemeinderat über die mögliche Bebauung und/oder Verwertung nachgedacht werden.

Keine 0815 Verdichtung – sondern langfristige Planung!
Aus Sicht des Bürgervereins, der sich mit dem Objekt seit langem beschäftigt, ist klar: Die angedachte Wohnbauverdichtung wäre die derzeit denkbar schlechteste Lösung. Denn: Die Schaffung von vergleichsweise wenigen Wohnungen im Hof verhindert auf Dauer andere denkbare Nutzungsmöglichkeiten für das Ensemble sowie auch eine städtebauliche Entwicklung der hinteren Grundstücke im Bereich Kirchstraße / Günterstalstraße.

Statt kurzfristig zu denken, sind Überlegungen gemeinsam mit den Bürgern und Anwohnern des Annaplatzes gefragt, was und wie mittel- und langfristig das Feuerwehrhaus genutzt und gegebenenfalls erweitert werden könnte. Vieles ist denkbar:
Wohnen & Kultur. Ein Bürgertreffpunkt im alten Spritzenhaus, ein Türmerzimmer …

Nur eines sollte nicht geschehen: Eine 0815 Verdichtung mit kurzem Gewinn und für immer verbauten Chancen für eines der großartigsten Gebäude unseres Stadtteils an den Interessen der Bürger vorbei!

Wir werden weiter dazu berichten.

Justus Kampp