Neustart in der Christuskirche

Neustart in der Christuskirche

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Nun ist es soweit: Am 1. Advent 2016 wurde die viele Monate renovierte Christuskirche wieder ihrer Bestimmung übergeben. Seit September 2016 ist auch ein neues Pfarrer-Ehepaar, Alwine und Björn Slenczka, in der Wiehre tätig. Sie haben die Pfarrstelle gemeinsam übernommen. Das WJ hat die Pfarrersleute interviewt.

WJ: Herr und Frau Dres. Slenczka, die Badische Landeskirche hat Ihnen die Pfarrstelle an der Christuskirche übergeben. Sie wirken jetzt in einem „gestandenen“ Wohngebiet, direkt angelagert an das Zentrum der Stadt. Was hat Sie bewogen, sich hierher zu bewerben?
Alwine Slenczka: Als wir von der Ausschreibung dieser Stelle erfuhren, hat uns sehr angesprochen, an einer innerstädtischen Kirche in einer größeren Stadt tätig werden zu können. Besonders angezogen hat uns auch das reiche kirchenmusikalische Angebot. Und noch dazu können wir hier in einer wunderbar renovierten Kirche den Dienst aufnehmen.

Björn Slenczka: Außerdem kannten wir Freiburg bereits als sehr schöne und lebenswerte Stadt. Spannend ist es für uns auch zu erfahren, wie in der badischen Landeskirche den
Herausforderungen an kirchliches Leben in der Gegenwart begegnet wird.

WJ: Worin sehen Sie wichtige Inhalte Ihrer künftigen Tätigkeit?
Alwine Slenczka: Wir treffen hier auf eine lebendige Gemeinde mit der wiedereröffneten Christuskirche, die als Kirche im Quartier und Kirche für die Stadt gute Wirkung entfalten kann. Daran gemeinsam im Verbund der Pfarrgemeinde Freiburg-Ost weiter zu bauen, dass in dieser Gemeinde und in dieser Kirche der verbindendende und belebende Geist Gottes erfahrbar werden kann, das sehen wir als unsere wichtigste Aufgabe.

Björn Slenczka: Orte und Gelegenheiten dafür sind der Gottesdienst, die Kirchenmusik, die Seelsorge und in vielfältigen Formen die Gemeinde als Ort, an dem Menschen aller Altersstufen, mit und ohne Behinderungen gerne zusammenkommen.
WJ: Die drei Türme der Wiehre – Johanneskirche und Christuskirche – sind für unseren Stadtteil prägend. Umso wichtiger erscheinen Kontakte über die Grenzen der jeweiligen Konfessionen hinaus. Wie sehen Sie die ökumenischen Bemühungen im Stadtteil?
Alwine Slenczka: Dank der großen Gastfreundschaft durften wir unsere Einführung in der Johanneskirche erleben – ein starkes ökumenisches Signal, das unseren Pfarrdienst hier von nun an begleiten wird. Nach unserem Eindruck sind der katholische Kollege Michael Schweiger und seine Gemeinde ökumenisch sehr aufgeschlossen. Wir freuen uns daher auf vertiefte Kooperation, anknüpfend an die Erfahrungen der Renovierungszeit.

Björn Slenczka: So ist aus der pragmatischen Lösung von Weihnachten 2015, den Gottesdienst mit Familienkrippenspiel ökumenisch in St. Johann zu feiern, in diesem Jahr eine Gegeneinladung in die renovierte Christuskirche geworden..

WJ: Das ABC-Zentrum in der Maienstraße 2 ist ein wertvoller Baustein zur Inklusion und eine Heimat für viele Menschen mit Behinderung. Jetzt erwarten wir an der Merzhauserstraße 300 zusätzliche Bewohner vorwiegend aus dem Nahen Osten. Wie sehen Sie Ihren Beitrag zu Inklusion und Integration?
Björn Slenczka: Uns liegt sehr viel an einer guten und inhaltlich gefüllten Nachbarschaft im Gemeindehaus in der Maienstraße 2 als kirchlich-diakonischem Zentrum, mit dem ABC ebenso wie mit der Evangelischen Sozialstation und dem Sozialpsychiatrischen Dienst

Alwine Slenczka: Was die Flüchtlingsarbeit angeht, ist die Evangelische Pfarrgemeinde Freiburg-Ost gerade dabei, eine Koordinationskraft einzustellen. An anderer Stelle haben wir bereits erlebt, wie gut Kirchengemeinden beitragen können zur Vernetzung von Ehrenamtlichen und Hilfsangeboten.

WJ: Herzlichen Dank für das Interview.

Klaus Füsslin