Schmuckstück am Fuße des Lorettobergs wird erhalten

Schmuckstück am Fuße des Lorettobergs wird erhalten

Haben wir in der vorletzten Ausgabe des Wiehre-Journals noch die liebevolle Restaurierung des Schweizer Chalets in (Titel)bild und Wort vorgestellt, dürfen wir uns nun über den endgültigen Erhalt eines weiteren Baudenkmals zwischen dem Bergleweg auf den Lorettoberg und der Mercystraße freuen.

Bekannt wurde das Gebäude v.a. in den letzten elf Jahren als die sogenannte „Reinhold-Schneider-Villa“, welche einige Initiativen vor dem Abriss bewahren und zur Gedenkstätte machen wollten. Hatte doch der Schriftsteller Reinhold Schneider, 1956 Gewinner des renommierten Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, von 1938 bis zu seinem Tod 1958 dort im ersten Obergeschoß Zimmer mit einer schönen Terrasse als Wohn- wie Arbeitsort angemietet. An ihn erinnert eine Gedenktafel an der Einfriedung des Grundstücks.

Mit einigem Recht könnte das von der Größe her sehr beeindruckende Gebäude aber auch Eduard-Stritt-Villa nach dem ebenfalls berühmten ehemaligen Eigner des Gebäudes heißen, war dieser doch ein weit über die Grenzen von Freiburg hinaus bekannter Glasmaler. Der Architekt Professor Bodo Ebhardt, der mit der Restaurierung der Hohkönigsburg im Elsass, wie auch der Veste Coburg im Fränkischen betraut war, gab Stritt seinerzeit den Zuschlag für die Wiederherstellung der Glasfenster in diesen Bauten. Für die gelungene Ausführung erhielt Eduard Stritt den Titel königlich preußischer Hofmaler.

Wie mehrfach nicht nur vom Bürgerverein beklagt, schien das denkmalgeschützte Gebäude nach dem Ankauf des insgesamt über 3000 m² großen Grundstücks durch die Treubau Freiburg AG (Immobilien und Bauträger) vor elf Jahren dem langsamen Verfall preisgegeben. Der große Park, den Reinhold Schneider noch „seine grüne Höhle“ nannte, wird jetzt mit dem Neubau von zwei Häusern mit insgesamt sechs Eigentumswohnungen sowie dem Ärztehaus massiv zerstückelt und damit entwertet.

Nun hat eine Urgroßnichte des Hofmalers das Haus wegen des hohen ideellen Wertes, der in der kultur- wie heimatgeschichtlichen Bedeutung der Villa liegt, das Gebäude der Treubau abgekauft. Ihr erklärtes Ziel ist es, die Villa ihres Vorfahren wieder zu einem Schmuckstück in der Wiehre zu machen. Die Außenfassaden werden dabei in Gänze erhalten, die 400 m² große Wohnfläche von Grund auf saniert und in Wohnungen aufgeteilt.

Schon im Sommer nächsten Jahres werden Mieter einziehen können. Die neu renovierte Villa wird uns dann ganz sicher wieder ein Titelbild wert sein.
Loretta Lorenz