Verkehr: Die neue Stadtbahnlinie über die Kronenbrücke – Auswirkungen auf die Wiehre

Verkehr: Die neue Stadtbahnlinie über die Kronenbrücke – Auswirkungen auf die Wiehre

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In einem Gespräch im Garten- und Tiefbauamt zwischen der Stadt und Vertretern des Bürgervereins wurden Verkehrsprobleme der Wiehre angesprochen. Es folgen die Ergebnisse – von einem Verkehrskonzept Wiehre sind wir noch weit entfernt:
Fokus: Kraftfahrzeugverkehr
Die gegenwärtig 70-80 000 Fahrzeuge, die täglich durch die B31 fahren, sollen durch den am 2. Februar begonnenen Abriss und Neubau der Kronenbrücke nicht stärker als bisher behindert werden, da während der gesamten Bauzeit zwei Fahrstreifen pro Richtung offen bleiben. Vermehrte Staus sind für die benachbarten Schnewlin- und Kaiser-Brücken zu erwarten, was die Belastungen für die Wiehre noch zusätzlich erhöht.

In der Basler Straße den Kfz-Verkehr in Richtung Innenstadt über die Kaiserbrücke flüssiger zu machen – zumal künftig nur noch eine Straßenbahnlinie dort fährt – ist aufgrund von Bebauungsplan-Festlegungen wohl nicht realisierbar.

Das Parkplatzproblem in der Wiehre ist gravierend (siehe Wiehre Journal Nr. 37). Um den Autoverkehr zu reduzieren, leitete die Stadtverwaltung die Bereitstellung von Car-Sharing-Stellplätzen in die Wege. In den nächsten Jahren sollen 50 solcher Stellplätze in der  Mittel- und Unterwiehre geschaffen werden.

Haltezonen für Handwerker, Pflege- und Lieferdienste, so die Stadtverwaltung, seien nicht sinnvoll, da diese Dienstleister immer sehr nah an ihren Kunden halten.

Situation für den Fußverkehr
Der Dreisam-Uferweg muss während der Bauphase der Kronen-brücke in diesem Bereich gesperrt werden. Fußgänger und Radfahrer erhalten eine Behelfsbrücke. Der Ausbau des
fehlenden Stücks des Fußweges am nördlichen Dreisamufer zwischen Mariensteg und Schwabentorbrücke wird 2015 neu ausgeschrieben. Dann kann die dringend erforderliche Trennung von Fuß- und Radweg entlang der Dreisam endlich vollzogen werden.

Zebrastreifen  in den 30er-Zonen der Wiehre werden abgelehnt, außer bei Schulen und Kindergärten. Von der in den STELL geforderten Freihaltung zumindest eines von zwei Gehwegen von parkenden Fahrzeugen in ausgewählten Straßen (als Pilotmaßnahme wurde die Zasius- und Erwinstraße vorgeschlagen) hält die Stadt nichts. Sie sieht keinen finanziellen Spielraum für den Bau von Quartiersgaragen. So werden sich Fußgänger in der Wiehre weiterhin „dünn“ machen müssen.

Unterwegs mit dem Rad
Für die stark befahrene Günterstalstraße hat die Stadt noch kein Konzept für den Radverkehr in Richtung Innenstadt. Sie bestätigt aber die Dringlichkeit einer Verbesserung zwischen Tal- und Schillerstraße, um Gefahren für Radfahrer an dieser Stelle zu verringern.

Die Radwegeverbindung aus der Schützenallee Richtung Innenstadt bedarf einer klaren Wegeführung ab Maria-Hilf-Kirche. Die Stadt sieht hier keinen Handlungsbedarf, da ortskundige Radfahrer meist die Wegeführung über die Zasiusstraße kennen.

Gesamt-Verkehrskonzept – einschließlich ÖPNV
In Anbetracht der kurzfristig starken physischen und finanziellen Belastungen der Stadt sollen Maßnahmen beim ÖPNV zurückgestellt werden. Die Entwicklung eines umfassenden Verkehrskonzepts der Wiehre durch professionelle Verkehrsplaner der Stadt erscheint jedoch dringlich, um die bereits geplanten oder im Bau befindlichen Maßnahmen zu optimieren und Fehler zu vermeiden.

Frieder Konold, Klaus Füsslin