Wider die Fliehkräfte – für mehr bürgernahe Entwicklung in der Wiehre

Neujahrsempfang
Wider die Fliehkräfte – für mehr bürgernahe Entwicklung in der Wiehre

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Freiburg kann auch noch Winter! Trotz Schnee und Eis fanden rund 100 Bürgerinnen und Bürger am 15. Januar den Weg zum Neujahrsempfang des Bürgervereins Mittel- und Unterwiehre in den Festsaal der Freien Waldorfschule Wiehre. Als Festredner konnte der Verein Bürgermeister Haag begrüßen.

Sowohl Bürgermeister Haag als auch Bürgervereinsvorsitzender Justus Kampp wiesen in ihren Grußworten auf die zunehmenden gesellschaftlichen Fliehkräfte hin. Die Debattenkultur nehme ab, der Ton werde rauer. Beide Redner betonten aber, dass gesellschaftliche Debatten essentiell für das Gemeinwesen seien. Kampp betonte mit Blick auf die vor allem im letzten Jahr geführte Flüchtlingsdebatte, dass der Verein sich klar für den Bau der nunmehr bezogenen Unterkünfte im Stadtteil ausgesprochen habe, gleichzeitig sich auch als Plattform für einen kritischen Dialog verstehe. Bürgermeister Haag verwies mit Blick auf die Flüchtlinge auf die enormen Anstrengungen und Leistungen von Stadt und Bürgern im letzten Jahr. „Ohne das ehrenamtliche Engagement aus vielen Teilen der Bürgerschaft wäre das nicht so zu schaffen gewesen“, betonte Haag. Auch Kampp dankte den vielen Helfern und Unterstützern aus der Bevölkerung und dem Arbeitskreis zur Flüchtlingsarbeit im Bürgerverein.

Sicherheitsbedürfnisse ernst nehmen
Mit Blick auf die tödlichen Ereignisse am Johanneskirchplatz, dem Tötungsdelikt an der Dreisam sowie den stark zunehmenden Einbrüchen forderte Kampp die Stadt auf, das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung ernst zu nehmen. Er begrüßte den Ruf der Stadt nach mehr personeller Unterstützung, regte aber auch an, durch konkrete Maßnahmen wie besserer Beleuchtung an Plätzen, die Sicherheit im Stadtteil zu verbessern.

Dauerärger Verkehr
Haag und Kampp stimmten darin überein, dass die Entwicklung der Kronenstraße ebenso erfreulich sei, wie die gelungene Umsetzung der Car-Sharing-Parkplätze in der Wiehre. Nur wenn neue Formen der Mobilität gefördert werden, kann langfristig der Kraftverkehr abgebaut werden. Bis dahin, so Kampp, wolle man sich aber in der Wiehre nicht mit einem nicht vorhandenen Verkehrskonzept vertrösten lassen. „Die Lage ist und bleibt weiterhin katastrophal“. Die Stadt kollabiere am Verkehr, insbesondere die Lage in der Lorettostraße und den angrenzenden Straßen sei so nicht hinnehmbar.

Brennpunkt Bauen
Anhand der Baumaßnahmen Erwinstraße 15 machte Kampp deutlich, wie Stadt- und Quartiersentwicklung nicht laufen dürfe. Haag zeigte zwar Verständnis für die Kritik an diesen und anderen umstrittenen Bauvorhaben, machte aber zugleich deutlich, dass er von baurechtlichen Restriktionen wenig halte.

Somit sind weitere Konfliktthemen und „Baustellen“ für die kommenden Jahre vorprogrammiert.
Justus Kampp