Die Situation rund um die Lorettostraße bleibt für viele Familien in der Wiehre unbefriedigend. Trotz wiederholter Zusagen der Stadt, das Thema nach Abschluss anderer Projekte – etwa in der Carl-Kistner-Straße – anzugehen, warten Anwohnende und Schulen weiterhin vergeblich auf konkrete Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung.

Das „Bündnis Sichere Schulwege Freiburg“, das sich im vergangenen Jahr gegründet hatte, hat sich mit einem offenen Brief an Oberbürgermeister Martin Horn und die Stadtverwaltung gewandt. Darin wurde mehr Tempo und Mut bei der Verkehrsplanung gefordert – insbesondere mit Blick auf die Sicherheit von Kindern.

Die Antwort der Stadt erkennt zwar das Anliegen grundsätzlich an, bleibt jedoch in zentralen Punkten enttäuschend: Eine Schulzone wird aktuell ausgeschlossen, und auch eine Schulstraße ist für die Lorettostraße vorerst nicht vorgesehen. Stattdessen setzt die Stadt auf ein einzelnes Pilotprojekt in Tiengen und verweist auf begrenzte Ressourcen sowie notwendige Prüfprozesse.

Für das Bündnis bedeutet das vor allem eines: Erneutes Warten. Die drängenden Probleme – hoher Durchgangsverkehr, unsichere Schulwege, Lärm und Abgase – bleiben bestehen.

Gleichzeitig gibt es aber auch neue Ansätze. Am 18. März 2026 fand auf Einladung der Stabsstelle Mobilität der Stadt Freiburg ein runder Tisch zum Thema „Sichere Schulwege“ statt. Vertreter*innen von Schulen, Bürgerverein und Zivilgesellschaft kamen erstmals zusammen, um gemeinsam über Lösungen zu sprechen. Deutlich wurde dabei: Neben baulichen Maßnahmen will die Stadt künftig stärker auf das Verhalten von Verkehrsteilnehmenden setzen – etwa durch Bildungsangebote und
Sensibilisierung im Straßenverkehr.

Der Austausch soll fortgesetzt werden, ein zweites Treffen ist geplant. Ziel ist es, konkrete Maßnahmen zu entwickeln und die Schulwegsicherheit strategisch anzugehen.

Für die Lorettostraße bleibt die Hoffnung, dass aus Dialog endlich auch Umsetzung wird. Denn für viele Kinder in der Wiehre ist ein sicherer Schulweg leider nach wie vor keine Selbstverständlichkeit.

Markus Ohler