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Editorial Wiehre Journal Nr. 94

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Mitglieder des Bürgervereins,

Freiburgs älteste Waldorfschule feiert ihr achtzigstes Jubiläum – fast 70 Jahre davon war sie in der Wiehre beheimatet. Zusammen mit der Lorettogrundschule, die in diesem Jahr 60 Jahre alt wird, dem Korczak-Haus, das 55 Jahre existiert, dem 100-jährigen Walter-Eucken-Gymnasium und der rund 130-jährigen Lessing-Realschule zeigt sich einmal mehr, wie vielfältig die Schullandschaft in der Unterwiehre auf engem Raum ist. Der Blick zurück zeigt allerdings auch etwas anderes: wie lange der Bürgerverein gemeinsam mit anderen Initiativen bereits gegen Durchgangsverkehr, unsichere Schulwege, Lärm und Abgase kämpft – meist mit nur sehr langsamen kleinen Fortschritten im Punkt Schulwegsicherheit.

In dieses Bild fügt sich leider auch die Situation rund um die Baustelle in der Quäkerstraße. Wochenlang warteten wir mit großer Ungeduld auf eine Stellungnahme der Badenova, während sich immer mehr Anwohner*innen an uns wandten – verunsichert, ängstlich oder zunehmend verärgert und vor allem auf der Suche nach verlässlichen Informationen.

Das ist mehr als verständlich. Wer durch überregionale Medienberichte alarmiert wird und dann über Wochen keine klaren Auskünfte von zuständigen Stellen erhält, was vor der eigenen Haustür nun eigentlich los ist, verliert zwangsläufig Vertrauen. Genau darum geht es hier: weniger um den Fund von belastetem Altteer – solche Altlasten sind unter vielen Straßen zu finden –, sondern um den Umgang damit. Proben wurden offenbar erst nach Beginn der Arbeiten genommen, Informationen kamen spät und eher auf Druck der Öffentlichkeit. Zuständigkeiten, Vorschriften und Kommunikation scheinen zwar zu existieren, greifen im konkreten Fall aber nicht sauber ineinander.

Am Ende bleibt deshalb vor allem ein Vertrauensproblem. Vertrauen entsteht nicht durch späte Informationen, sondern durch frühe Transparenz, klare Zuständigkeiten und konsequente Kontrolle.

Bleibt zu hoffen, dass die Badenova ihr Versprechen der Nachbesserung ihrer internen Abläufe genauso einhält wie künftig die Vorgaben der Straßenbauverordnungen.

Loretta Lorenz
und der Vorstand des Bürgervereins

2026-03-25T10:09:54+01:0025.03.2026|Kategorien: Allgemein|Kommentare deaktiviert für Editorial Wiehre Journal Nr. 94

Wo sind nur all‘ die Autos hin?

Am Mittwoch, den 18. März 2026, waren Loretta Lorenz und Günter Jenne mit Kamera am Neuen Wiehrebahnhof unterwegs – Fotosession am großen Autoparkplatz Gerwigplatz. Das Ergebnis überrascht: Genau drei Autos standen dort. Drei! Zwei davon mit auswärtigem Kennzeichen. Wer den Platz noch vor wenigen Monaten kannte, reibt sich bestimmt verwundert die Augen und fragt sich: Wo sind nur all‘ die Autos hin? (mehr …)

2026-03-25T10:07:30+01:0025.03.2026|Kategorien: Allgemein|Kommentare deaktiviert für Wo sind nur all‘ die Autos hin?

Lorettostraße: Weiter vertröstet – aber Bewegung beim Thema Schulwegsicherheit

Die Situation rund um die Lorettostraße bleibt für viele Familien in der Wiehre unbefriedigend. Trotz wiederholter Zusagen der Stadt, das Thema nach Abschluss anderer Projekte – etwa in der Carl-Kistner-Straße – anzugehen, warten Anwohnende und Schulen weiterhin vergeblich auf konkrete Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. (mehr …)

2026-03-25T10:06:16+01:0025.03.2026|Kategorien: Allgemein|Kommentare deaktiviert für Lorettostraße: Weiter vertröstet – aber Bewegung beim Thema Schulwegsicherheit

Die Freie Waldorfschule feiert einen weiteren Bauabschnitt und zugleich ihr Jubiläum

Der Lern- und Lebensraum der Schülerinnen und Schüler der Freien Waldorfschule ist ein kleiner Campus für sich zwischen Bayernstraße und Schwimmbadstraße, in dem – zumindest von Anwohner*innen so gefühlt – in den letzten Jahrzehnten ständig an irgendetwas gebaut wurde. Pünktlich zum 80-jährigen Bestehen der Schule wurde nun der zweigeschossige Verbindungsbau zwischen dem Westgebäude mit dem Festsaal und der Sporthalle mit einiger lokaler Prominenz in einem Festakt eingeweiht. (mehr …)

2026-03-25T10:05:18+01:0025.03.2026|Kategorien: Allgemein|Kommentare deaktiviert für Die Freie Waldorfschule feiert einen weiteren Bauabschnitt und zugleich ihr Jubiläum

30 Jahre Bewohner*innen-Verein „Bewohner-INI e.V.“ in der Unterwiehre „WdM“ „Ein Grund, sich auch mal selbst zu Feiern!“

Nicht nur der Bürgerverein Mittel- und Unterwiehre hatte im vergangenen Jahr 2025 ein Jubiläum zu feiern. Auch die Bewohner-INI e.V. „Westlich der Merzhauser Straße“ feierte ihr 30-jähriges Bestehen! Seit 1995 ist in der Unterwiehre-Süd, oder auch im Quartier „Westlich der Merzhauser Straße“, der Bewohner*innen-Verein mit dem Namen Bewohner-Initiative e.V. (kurz: Bewohner-INI) als gemeinnütziger Verein aktiv. Die „Bewohner-INI“ setzt sich aus allen interessierten und engagierten Bewohner*innen zusammen, die sich, in Kooperation mit den unterschiedlichsten Akteur*innen, im Quartier für verschiedenste Interessen und Belange starkmachen. (mehr …)

2026-03-25T10:04:08+01:0025.03.2026|Kategorien: Allgemein|Kommentare deaktiviert für 30 Jahre Bewohner*innen-Verein „Bewohner-INI e.V.“ in der Unterwiehre „WdM“ „Ein Grund, sich auch mal selbst zu Feiern!“

Ein bewegender Abend „gegen das Vergessen“

Wer am Sonntag, dem 08. März 2026 seine Stimme zur Landtagswahl Baden-Württemberg im Walter-Eucken-Gymnasium abgeben wollte, konnte im Pausenhof eine Vielzahl von überlebensgroßen Fotografien nicht übersehen. Sie waren Teil der Ausstellung „Gegen das Vergessen“, mit Porträts von Holocaustüberlebenden des italienisch -deutschen Fotografen und Filmemachers Luigi Toscano. Die Betrachtenden wurden von den ausdrucksstarken Porträts vor schwarzem Hintergrund vor allem durch deren Blick unmittelbar in ihren Bann gezogen.

Anlässlich dieser, vom 28. Februar – 22. März 2026 zu sehenden Ausstellung hatte die Schule für den 09. März 2026 zu einem Themenabend mit dem Titel „Bilderwelten“ eingeladen.

Zu Beginn führten Schüler*innen durch die Ausstellung und schilderten den Besucher*innen die Biographien der Überlebenden.

Die Gäste des Themenabends waren Luigi Toscano und der Historiker Dr. Christoph Kreutzmüller.

Nach der musikalisch umrahmten Einführung durch den Schulleiter Oswald Egler, den Vorsitzenden des Fördervereins des NS-Dokumentationszentrums Christoph Ebner und Freiburgs zukünftigen Bürgermeisters für Kultur und Soziales Roland Meder, führte die Lehrerin Sandra Butsch gemeinsam mit Schüler*innen des Geschichts- und Gesellschaftskurses durch den Abend.

Zwei Schüler der 12. Klasse, Anton Lampe und Fadi Saoud, rezitierten zu Beginn ein selbst verfasstes Gedicht mit dem Titel „Nie wieder“ auf sehr eindrückliche Weise.

Luigi Toscano begann 2014 mit seinem Projekt „Gegen das Vergessen“. Seitdem hat er mehr als 400 Überlebende des Holocaust getroffen, portraitiert und deren Bilder an vielen öffentlichen Orten ausgestellt. Die erste Ausstellung fand in der Sophienkirche in Berlin statt. Dort hingen zwei Porträts zufällig nebeneinander: eines von Horst Sommerfeld (das auch in der hiesigen Ausstellung zu sehen war) und eines von Walter Frankenstein. Sie waren als Kinder eng befreundet und kamen erst durch diese Ausstellung wieder miteinander in Kontakt. Sommerfeld hatte seine gesamte Familie im Holocaust verloren, während die Familie von Frankenstein überlebt hatte. In der Folge telefonierten sie regelmäßig, trafen sich jedoch nie wieder persönlich.

2016 stellte Toscano seine Porträts in Kiew aus, anlässlich des Gedenkens an die Opfer des Massakers von Babyn Jar 1941, bei dem innerhalb von zwei Tagen 33.000 jüdische Frauen, Männer und Kinder ermordet wurden.

Bis heute hat Luigi Toscano seine Portraits in vielen Städten weltweit ausgestellt, unter anderem in Wien, vor der Unesco in Paris, vor der UNO in New York, dem Memorial Center in Washington, in Genf, in Mainz und Mannheim, um nur einige zu nennen. Er präsentiert sie an zentralen öffentlichen Orten wie Parks, Plätzen und Häuserfassaden, die für alle zugänglich sind. Auf diese Weise finden sie einen direkten Zugang ins Bewusstsein der Menschen. Ein Schwerpunkt ist auch die Zusammenarbeit mit Schulen. So haben Jugendliche die Möglichkeit, Ideen einzubringen und mitzugestalten. Toscano erfährt mit seinem Projekt weltweite Aufmerksamkeit. Er wurde 2021 von der UNESCO zum „Artist of peace“ ernannt und erhielt im gleichen Jahr das Bundesverdienstkreuz.

Im Interview mit Fadi Saoud betonte Toscano, wie wichtig es ihm ist, mit seinem Projekt die Überlebenden des Holocaust sichtbar zu machen und damit insbesondere junge Menschen zu erreichen. Er stelle seine Arbeit gerne zur Verfügung damit „ihr etwas daraus macht und eine Haltung einnehmt“.

Eine andere Perspektive der Erinnerungsarbeit zeigte der Historiker Dr. Christoph Kreutzmüller, der Fotografien aus der NS-Zeit als historische Quellen analysiert. Anhand einer Fotoserie untersuchte er die Deportation von Juden in Eisenach 1942. Bei genauer Sicht zeigten die Bilder, wie diese Deportation vor aller Augen geschah, wie Nachbarn am Fenster und auf der Straße „glotzen“, dem traurigen Zug der Juden folgten, wie sie durch ihr „Zuglotzen dazu beitragen“. Er zeigte eindrucksvoll, wie Bilder Täterperspektiven offenlegen, eine „tattragende Gesellschaft“.

Im Interview mit Milo Gramespacher lautete seine Botschaft an die Jugend: „einander nachhaltig stärken“ und „Erinnerungsarbeit ist Demokratiearbeit, eine Aufgabe für die Gegenwart und die Zukunft“.

Zum Abschluss des sehr eindrucksvollen und berührenden Abends rezitierte Fadi Saoud, der selbst vor neun Jahren mit seiner Familie aus Syrien fliehen musste und seitdem in Freiburg lebt, ein selbstverfasstes kraftvolles Gedicht. Er sprach darin über seine Erinnerungen an die traumatische Zeit in seiner Heimat, seine wechselnden Gefühle, seine Lasten, die er immer mit sich trägt und eindrucksvoll über seine Hoffnungen, seinen Mut und seine Kraft, die Zukunft anzugehen. Zitat: „Zwischen Verlust und Hoffnung lern ich verstehen, dass selbst aus Asche neue Wege entstehen“.

Dr. Gabriele Denz-Seibert

2026-03-25T10:03:02+01:0025.03.2026|Kategorien: Allgemein|Kommentare deaktiviert für Ein bewegender Abend „gegen das Vergessen“

Die Langemarckstraße in der Unterwiehre: Wo Mythen zum Gedenken aufrufen

Das Freiburger Stadtarchiv präsentiert in seiner ersten Ausstellung am neuen Standort am Neuen Messplatz „Langemarckstraßen – in Freiburg und anderswo“ die Geschichte der Langemarckstraßen in Deutschland. Diese Straßen sind nach dem belgischen Ort Langemarck benannt, der im Ersten Weltkrieg zum Mythos eines „Opfertods der deutschen Jugend“ stilisiert wurde. Die Ausstellung zeigt Exponate wie Originaldokumente aus dem Freiburger Stadtarchiv (u.a. den Schriftverkehr von 1932 zwischen dem damaligen Oberbürgermeister Franz Kerber und dem Schriftsteller Willhelm Kotzde-Kottenrodt, der maßgeblich für die Straßenbenennung im Quartier verantwortlich war), Aktionsplakate aus den 90er Jahren und Informationen zur Entstehung des Quartiers Unterwiehre. Sie ist Teil des Projekts „A street called Langemarck“ und wird als Wanderausstellung in den 32 deutschen Städten gezeigt., in denen eine solche Straße existiert. Jede Stadt ergänzt die Ausstellung mit ihrer eigenen Geschichte. Freiburg steuerte drei Rollups und zwei Vitrinen bei, die den „Mythos Langemarck“ beleuchten. (mehr …)

2026-03-25T10:02:00+01:0025.03.2026|Kategorien: Allgemein|Kommentare deaktiviert für Die Langemarckstraße in der Unterwiehre: Wo Mythen zum Gedenken aufrufen

Inklusives Konzert im Korczak-Haus Reise durch das stürmische Nordmeer – oder Heinzelmännchen auf Schwedisch

Schon lange gelten die inklusiven Konzerte im schönen Gartensaal (Aula) des Korczak-Hauses in der Wiehre als Geheimtipp für ausgewählt schöne, musikuntermalte Stunden. Das verdanken die Wiehremer Hörerinnen und Hörer vor allem Andreas Wand, der vor einigen Jahren als Leiter des Korczak-Hauses mit einer Startspende der Badischen Zeitung das erste kulturelle Programm für das Haus auf den Weg brachte und auch aus dem Ruhestand heraus weiterhin für ein qualitativ hervorragendes Angebot sorgt. (mehr …)

2026-03-25T10:00:38+01:0025.03.2026|Kategorien: Allgemein|Kommentare deaktiviert für Inklusives Konzert im Korczak-Haus Reise durch das stürmische Nordmeer – oder Heinzelmännchen auf Schwedisch
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