Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Mitglieder des Bürgervereins,

Freiburgs älteste Waldorfschule feiert ihr achtzigstes Jubiläum – fast 70 Jahre davon war sie in der Wiehre beheimatet. Zusammen mit der Lorettogrundschule, die in diesem Jahr 60 Jahre alt wird, dem Korczak-Haus, das 55 Jahre existiert, dem 100-jährigen Walter-Eucken-Gymnasium und der rund 130-jährigen Lessing-Realschule zeigt sich einmal mehr, wie vielfältig die Schullandschaft in der Unterwiehre auf engem Raum ist. Der Blick zurück zeigt allerdings auch etwas anderes: wie lange der Bürgerverein gemeinsam mit anderen Initiativen bereits gegen Durchgangsverkehr, unsichere Schulwege, Lärm und Abgase kämpft – meist mit nur sehr langsamen kleinen Fortschritten im Punkt Schulwegsicherheit.

In dieses Bild fügt sich leider auch die Situation rund um die Baustelle in der Quäkerstraße. Wochenlang warteten wir mit großer Ungeduld auf eine Stellungnahme der Badenova, während sich immer mehr Anwohner*innen an uns wandten – verunsichert, ängstlich oder zunehmend verärgert und vor allem auf der Suche nach verlässlichen Informationen.

Das ist mehr als verständlich. Wer durch überregionale Medienberichte alarmiert wird und dann über Wochen keine klaren Auskünfte von zuständigen Stellen erhält, was vor der eigenen Haustür nun eigentlich los ist, verliert zwangsläufig Vertrauen. Genau darum geht es hier: weniger um den Fund von belastetem Altteer – solche Altlasten sind unter vielen Straßen zu finden –, sondern um den Umgang damit. Proben wurden offenbar erst nach Beginn der Arbeiten genommen, Informationen kamen spät und eher auf Druck der Öffentlichkeit. Zuständigkeiten, Vorschriften und Kommunikation scheinen zwar zu existieren, greifen im konkreten Fall aber nicht sauber ineinander.

Am Ende bleibt deshalb vor allem ein Vertrauensproblem. Vertrauen entsteht nicht durch späte Informationen, sondern durch frühe Transparenz, klare Zuständigkeiten und konsequente Kontrolle.

Bleibt zu hoffen, dass die Badenova ihr Versprechen der Nachbesserung ihrer internen Abläufe genauso einhält wie künftig die Vorgaben der Straßenbauverordnungen.

Loretta Lorenz
und der Vorstand des Bürgervereins