Der „Grüne Baum“ in der Lorettostraße ist nach 11-monatiger Schließung seit Ende des Jahres 2025 wieder geöffnet.
Das Restaurant wurde grundlegend saniert. Dies erklärt auch die lange Bauzeit. So verzögerte sich die für Juli 2025 vorgesehene Eröffnung, weil, leider üblich beim Umbau von alter Substanz, gleich einige unvorhersehbare Umstände zu berücksichtigen waren.
Der Aufwand überstieg die bisherigen Planungen erheblich. So bestand der Boden im großen hinteren Teil des Hauses lediglich aus Stampfbeton, auf dem man nicht bauen konnte. Die Decke im Bereich der Küche musste vollständig erneuert werden, weil sie schadhaft war. Besonders hoch zu Buche schlug, dass eine Zisterne eingebaut werden musste, die bei Starkregen das überschüssige Regenwasser aufnehmen kann. Hintergrund ist, dass die Abwasserleitung in der Lorettostraße zu gering dimensioniert ist und es bislang nicht gelang, diese auf den aktuellen Standard zu erneuern. Die tiefe Zisterne verläuft über die gesamte Breite des Grundstücks unter der Terrasse.
Der vordere, allen Gästen bekannte Teil des Lokals ist denkmalgeschützt. Man benötigte daher bereits für die Außen-beschilderung eine gesonderte denkmalrechtliche Genehmigung. Allein deren Erteilung nahm 3 Monate in Anspruch. Die Fenster durften entsprechend den vorhandenen Fenstern gestaltet werden, mussten aber detailgetreu umgesetzt werden. 6 Monate dauerte es schließlich, bis die Baugenehmigung vorlag.
Weitere Verzögerungen entstanden durch die neue Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Sie ist außergewöhnlich aufwendig, weil hohe Anforderungen an Bauart und Dimensionierung gestellt wurden. So musste allein für den Einbau der Lüftung ein Kran gestellt werden, der die Anlage in den hinteren Teil der Gaststätte versetzte, wo sie zwischen Flachdach und Raumdecke eingebracht wurde.
Architektenleistungen und die überwiegenden Sanierungs-arbeiten wurden von der Firma HolzHaus Bonndorf durch-geführt. Bestehende Elemente wurden aufgegriffen, so blieb u.a. das große Wandbild in der abgerundeten Nische erhalten.
Ein neuer, großer Gastraum entstand im hinteren Teil, wo sich früher das „Nebenzimmer“ befand. Seine großflächigen Fensterfronten bringen viel Licht in den Raum und können im Sommer zur Terrasse hin geöffnet werden. Auch für große Veranstaltungen ist jetzt Platz. Die Weißtannen-Akustikdecke sorgt für eine warme Atmosphäre und einen angenehmen Raumklang.
Die erheblichen Kosten konnten nur dadurch gestemmt werden, dass sich sowohl die Familie Aubert wie auch die Eigentümerfamilie Feierling-Rombach engagierten.
Der „Grüne Baum“ wird nun in zweiter Generation seit 2022 von Kevin Aubert fortgeführt. Seine Eltern haben die Gaststätte 1989 übernommen und zunächst mit einem italienischen Partner, später allein weitergeführt. Der Vater war Hotelleiter im Grand Hotel, dem Offizierscasino der französischen Truppen. Als das geschlossen wurde, weil die französischen Streitkräfte abzogen, wechselte er in den „Grünen Baum“.
Kevin Aubert ist Hotelkaufmann und hat seine Lehre in allen Bereichen der Gastronomie im „Hirschen“ in Lehen gemacht. Neben seinen sonstigen Aufgaben kocht er auch im „Grünen Baum“. Er betont, dass übertarifliche Gehälter gezahlt und weitere Leistungen für das Personal erbracht werden, hierzu zählt auch mehr als der übliche Urlaub. Vermutlich trug auch dieser Umstand dazu bei, dass die Stammgäste nach der Wiedereröffnung erfreut vom vertrauten Stammpersonal begrüßt wurden, das die lange Baupause mit Geduld und Loyalität überstanden hat.
Dr. Christoph Rosset
