
Die Schlierbergstraße wurde vor mehr als 100 Jahren für die Erschließung der zahlreichen Tongruben und Steinbrüche angelegt. Mit der Wohnbebauung südlich der Eisenbahnbrücke ab den 70er-Jahren wurde dort die nur etwa vier Meter breite Fahrbahn der Schlierbergstraße nicht weiter ausgebaut, und sie gehört heute zu den absoluten „Stiefkindern“ der Stadt Freiburg. Der Straßenbelag des südlichen Teils ist ein einziges Flickwerk. Immer wieder brechen die ausgebesserten Schlaglöcher auf. Ausgefahrene und tief ausgespülte Bankette stellen vor allem für Radfahrende eine große Gefahr dar.
Mit der Sperrung der maroden Brücke für Kraftfahrzeuge vor drei Jahren musste vorab mit großem Aufwand ein befestigter Wendeplatz für Müllfahrzeuge vor dem Haus Schlierbergstraße 88 angelegt werden. Die einzige Zufahrt von Norden ist seither nur noch über die spitzwinklige Einmündung zur Lorettostraße möglich. Gefahr droht, weil das dortige Verbot des Rechtseinbiegens häufig ignoriert wird. Gefährlich wird es auch in der schmalen unübersichtlichen Schlierbergsteige, denn dort fahren gern Lieferfahrzeuge und Radfahrende entgegen der Einbahnrichtung bergauf in die Schlierbergstraße. Dieser unhaltbare Zustand war damals dem Garten- und Tiefbauamt bekannt (dazu Wiehre Journal 80, Seite 9) und sollte nur wenige Monate dauern. Wie wir heute wissen, wird die neue Brücke noch ein weiteres Jahr bis zum kommenden Frühjahr auf sich warten lassen.
Und dann? Mit dem rechts oben abgebildeten Logo startete am 23. April 2026 eine Online-Petition unbekannter Initiator*innen mit dem Ziel, die Schlierbergstraße dauerhaft für den Durchgangsverkehr für Autos zu sperren. Bis Pfingsten gab es dort knapp 800 Unterschriften und mehr als 300 teilweise sehr konstruktive Kommentare zu diesem Anliegen.
Das Logo vermittelt jedoch den Eindruck, als sei die Schlierbergstraße ein Spazier- oder Wanderweg in grüner Idylle, wo Autos nichts zu suchen haben.
Zur Schlierbergstraße gehören jedoch „alle“: Kraftfahrzeuge der dort Wohnenden, Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrende, meist mehrfach am Tag die Lieferfahrzeuge der Online-Shops, einmal in der Woche große Müllfahrzeuge, öfter größere Fahrzeuge von Handwerkern, hin und wieder unvermeidbarer Baustellenverkehr… und Monty, der Kater und „Wegelagerer“ aus der Nachbarschaft. Wenn alle Beteiligten aufeinander Rücksicht nehmen und mit angepasster Geschwindigkeit unterwegs sind, dann ist die schmale Straße sicher, und es kann eigentlich nichts passieren.
Aber: An den Gefällstrecken der Schlierbergstraße erreichen viele Fahrräder beachtliche Geschwindigkeiten auch oberhalb der Tempo-30-Begrenzung. Die Straße ist trotz „Anlieger frei“ ein Schleichweg für Autos (gewesen), die vor allem nachts mit höheren Geschwindigkeiten unterwegs sind… und manchmal liegt Monty so demonstrativ auf der Fahrbahn, dass für die von ihm eingeforderten Streicheleinheiten angehalten werden muss.
Damit nach der Fertigstellung der neuen Brücke die Sicherheit auf der schmalen Straße auch zukünftig für alle gegeben ist und der vermeintliche wieder zu erwartende Durchgangsverkehr für Autos „eingehegt“ wird, hat u.a. auch die Petition eine große Zahl von Lösungsmöglichkeiten zusammenge-tragen – nach Lage der Dinge sind die Verantwortlichen der Stadt Freiburg offen für konstruktive Beiträge und Lösungen sowie deren Umsetzung.
Hier zum Abschluss der Link zur Online-Petition, deren Initia-tor*innen dem Bürgerverein bisher nicht bekannt sind:
www.openpetition.de/petition/online/sichere-schlierbergstrasse-kein-durchgangsverkehr-fuer-autos-2
Wilhelm Sievers
