Nach dreijähriger Umbau- und Renovierungszeit konnten geladene Gäste gemeinsam mit der Leiterin des Hospizes, Sr. Miriana Fuchs, OB Horn, Herrn Barrois vom Caritasverband Freiburg-Stadt, dem Mitbegründer und ersten Geschäftsführers des Hospizes, Herrn Schillinger, Familie Leibinger und Weihbischof Dr. Würtz im Anschluss an den Wortgottesdienst das in lichten Farben einladende Hospizgebäude in der Türkenlouisstraße 22 besichtigen.

Seit nunmehr 25 Jahren empfängt das Hospiz Karl Josef Menschen an ihrem Lebensende. In den hellen, sich mit Balkonen auf den Sternwald oder die Türkenlouisstraße hin öffnenden acht (Einzel-)Zimmern werden die Gäste des Hospizes von zwanzig hauptamtlichen Pflegefachkräften und genauso vielen Ehrenamtlichen auf ihrem meist letzten Lebensweg rund um die Uhr, Tag für Tag, unterstützt. Diese Phase des Lebens für sterbende Menschen so häuslich und so wenig institutionell wie möglich zu gestalten, ist das Anliegen des Hospizes, sowohl in der Betreuung der Sterbenden als auch in der Gestaltung des Wohnhauses. Dass dieses in unserem Wohnviertel nahe dem Sternwald und dem Wiehrebahnhof liegt, entspricht dem Gesamtkonzept: Im Leben und sogleich mit der klaren und ernsten Aussicht, dass dies meist die letzte Station ist, der Lebenszug auf sein Ende hin fährt und die Reise des Lebens in dieser Welt zu Ende geht. Und dennoch: Wenn die Gäste und ihre Angehörigen die Balkone nutzen, bei Musik, in dem mit ausdrucksstarken Bildern („Lebenswege“) des Künstlers Peter Betzler ausgestatteten Raum der Stille und in Begegnungen neben der palliativen Versorgung auch innere Ruhe finden können, dann ist dies für alle Beteiligten Leben, erfüllte Zeit vor der absehbaren Grenze. Die Gäste erfahren somit verlässliche Sterbebegleitung und Hilfe.

Das Hospiz ist kein Ersatz eines Pflegeheims, sondern die Gäste können meist zuhause oder in Pflegeheimen nicht mehr angemessen unterstützt und versorgt werden. Diese Hilfe kann dann gemeinsam mit ärztlich begleiteten SAPV-Teams (Spezialisierte ambulante Palliativversorgung) aufgrund feststellbarer Dringlichkeit im Hospiz geleistet werden. Die meisten der über 2200 Gäste der vergangenen 25 Jahre litten und leiden an fortgeschrittenen Tumorerkrankungen, das Durchschnittsalter beträgt ca. 70 Jahre und über die Hälfte der Gäste verbringen weniger als 11 Tage (Median) im Hospiz Karl Josef. Durchschnittliche Verweildauer liegt bei etwa 3 Wochen.

Woher der Name „Karl Josef“? Vor einem Vierteljahrhundert brachte Karl Leibinger, der im Jahre 2012 verstarb, im Jahre 2001 eine Spende über 1,5 Million DM, d.h. 50 % der Anteile, in die gemeinnützige GmbH ein: Karl Josef ist der Schutzpatron der Sterbenden.

Die weiteren 50 % der Anteile hatte zuerst der Regionalverbund kirchlicher Krankenhäuser (RkK), dann die  Artemed Kliniken und heute der Caritasverband Freiburg-Stadt e.V. inne. Wer nun an dem frisch renovierten ehemaligen Gebäude der französischen Offiziere in der Türkenlouisstraße vorbeigeht, zu den Balkonen hinaufschaut, nimmt ein Haus wahr, in das nicht Lebende, um zu sterben gehen, sondern Sterbende, um zu leben.

Wenn Sie das Hospiz unterstützen wollen:
Hospiz Karl Josef gGmbH
IBAN: DE52 6805 0101 0010 0871 09
Sparkasse Freiburg – Nördl. Breisgau

Wenn Sie ehrenamtlich mitwirken wollen, dann wenden Sie sich bitte während der Bürozeiten an:

Hospiz Karl Josef gGmbH
Türkenlouisstraße 22
D-79100 Freiburg
Telefon: 0761 / 70480 – 0

www.hospiz-karl-josef.de/kontakt-anfahrt/

Claus Ramsperger