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Edeka Strecker: Nachgefragt

Im letzten Wiehre Journal berichteten wir, dass mit der Neueröffnung des Edeka-Supermarktes Ecke Günterstalstraße/Lorettostraße nun auch „Unverpackt“-Warenregale in unserem Stadtteil zu finden sind. Grund genug nach rund 6 Wochen bei Herrn Raphael Strecker nachzufragen, wie das Angebot denn nun im Stadtteil angenommen wird.

Herr Strecker, ich entdeckte in den letzten Wochen immer mal wieder leere Gläser in Ihrem „Unverpackt“-Regal, die am nächsten Abend auch oder schon wieder leer waren?
In der Tat wurde das „Unverpackt“-Angebot von den Kunden sehr gut angenommen. So gut, dass es sogar kurzzeitig zu Engpässen bei unseren Lieferanten kam und wir einige wenige Gläser erst mit Verspätung wieder auffüllen konnten. Für die Weihnachtszeit haben wir deswegen schon mal reichlich schokolierte Nüsse für das „Unverpackt“-Regal vorbestellt.

Und wie lassen sich die Kunden an den Bedienungstheken bedienen?
Während vor dem Umbau innerhalb einer Woche höchsten 5 Kunden ihre eigenen Behältnisse über die Theke reichten, zählen wir nun 40 bis 50 Kunden in der Woche, die Glas- oder Plastikboxen zum Befüllen auf unsere Tabletts stellen. Und die Tendenz ist steigend.

Beobachten Sie sonst noch Veränderungen im Kaufverhalten?
Auch unsere Artikelerweiterung um BIO, Alnatura und Demeter kommt sehr gut an, genauso die regionalen Produkte unserer hiesigen Start-up Firmen.

„Denk global – kauf regional“ ist also in der Wiehre angekommen, aber besser geht immer! Wir bleiben dran!

Loretta Lorenz

2019-11-12T09:45:24+01:0012.11.2019|Kategorien: Uncategorized|Kommentare deaktiviert für Edeka Strecker: Nachgefragt

Sternwald als Fitness-Eldorado

Im Sternwald existiert seit den siebziger Jahren ein damals durch das Forstamt eingerichteter „Trimmpfad“ mit mehreren Stationen und verschieden langen Laufstrecken. Die entlang der Laufstrecke zwischen Sternwaldeck und Sternwaldwiese angeordneten Fitness-Stationen wurden damals durch das Forstamt in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Freiburg konzipiert und durch Mitarbeitende des Forstamtes aus Rundholz gebaut.

Dieser Pfad ist jetzt so in die Jahre gekommen, dass viele der ursprünglich vorhandenen Stationen abgebaut werden mussten, da sie nicht mehr verkehrssicher waren und eine Reparatur nicht lohnte. Die verbliebenen Stationen weisen Geräte auf, die überwiegend in einem so schlechten Zustand sind, dass das Forstamt nun entschieden hat, sie ebenfalls abzubauen.

An die Stelle des alten „Trimm-Pfades“ soll nun eine neue Einrichtung treten, die aus verschieden langen Laufstrecken und einer zentralen Fitness-Station bestehen wird. Diese sogenannten „Calisthenic-Parcs“ (von griechisch καλός, kalos „schön“, „gut“ und σθένος, sthenos „Kraft“), erfreuen sich in ganz Deutschland zunehmender Beliebtheit und greifen einen Trend zu einer Form des körperlichen Trainings auf, das eine Reihe von einfachen, oft rhythmischen Bewegungen beinhaltet und für die nur das eigene Körpergewicht genutzt wird. Anlässlich eines Waldspaziergangs, zu dem das Forstamt neben den Bürgervereinen Mittel- und Unterwiehre sowie Oberwiehre-Waldsee auch Herrn Thoma vom Sportreferat der Stadt Freiburg sowie Frau Hegar von der Badischen Sportjugend eingeladen hatte, erläuterte Frau Schmalfuß, Leiterin des Forstamtes, gemeinsam mit dem örtlichen Forstrevierleiter Herrn Friedmann das Konzept des Forstamtes. Mit von der Partie waren auch Herr Thoma, der beim Forstamt für den Bau, die Unterhaltung sowie die Kontrolle der Verkehrssicherheit aller Freizeit-, Sport- und Erholungseinrichtungen zuständig ist sowie Herr Schäfer, der beim Forstamt den Bereich Sozial- und Erholungsfunktion koordiniert und bearbeitet. Die Bedarfe sind heute ganz andere als in den 70er Jahren. Viele der damals gängigen Übungen entsprechen nicht mehr heutigen sportmedizinischen und trainingswissenschaftlichen Erkenntnissen. Zudem besteht eine starke Nachfrage zu sanftem Ausdauer- und Kraftsport in der Natur. Das hat unter anderem dazu geführt, dass Natursportler*innen eine der alten Stationen des „Trimmpfades“ mit viel Engagement zu einem „WaldGym“ umgebaut haben, das sich großer Beliebtheit erfreut und durch das Forstamt lange toleriert wurde. Allerdings kann auch diese Eigenkonstruktion der hohen gesetzlichen Anforderung an die Verkehrssicherheit nicht gerecht werden. Das Forstamt ist mit den Initiatoren im Gespräch und hat dort bereits die neue Konzeption vorgestellt. Im Bereich der bestehenden Laufstrecke des alten „Trimm-Pfades“ hat das Forstamt etwa auf Höhe des Wiehrebahnhofs ein ausreichend großes, relativ ebenes Areal mit schönem Ausblick auf die Stadt gefunden. Nur wenige, teilweise vorgeschädigte Bäume müssten dafür entfernt werden. Dort soll nun auf etwa 16 bis 20 m² eine zentrale Station in Metall-Holzbauweise eingerichtet werden.

Die Mittel dafür sind im Haushalt des Forstamtes eingestellt. Dem Bürgerverein kann diese Maßnahme nur recht sein. Die Natursportler*innen erhalten ein deutliches Mehr an Qualität gegenüber dem bisherigen Zustand. Die alten und in ihrer Funktion eingeschränkten Geräte sowie das „WaldGym“ werden entfernt. Der Aufwand für die gesetzlich vorgeschriebene Kontrolle der Verkehrssicherheit sowie die Unterhaltung der Geräte sowie der Laufstrecken wird dadurch deutlich sinken. In einer Evaluierungsphase im kommenden Jahr soll festgestellt werden, wie die neue Einrichtung angenommen wird.

Klaus Füsslin

2019-11-12T09:44:15+01:0012.11.2019|Kategorien: Uncategorized|Kommentare deaktiviert für Sternwald als Fitness-Eldorado

Drohender Verkehrskollaps in der Wiehre

Immer wieder werden wir von unseren Bürgern gebeten, doch etwas gegen die ständig wachsenden Zahlen vornehmlich des Individualverkehrs (IV) in den Straßen unseres Stadtteils zu tun.

Insbesondere sind die Zustände in der Lorettostraße (Durchgangsverkehr), Basler Straße (Durchgangsverkehr im östlichen Teil, getrennter Gleiskörper der Straßenbahn), Günterstalstraße Ostseite zwischen Tal- und Schillerstraße (vor allem Fahrradverkehr in Richtung Innenstadt), Merzhauser Straße (Fahrradverkehr an der Einmündung der Lorettostraße), im Holbeinviertel (Pendler-Schleichverkehr), Türkenlouisstraße (Dauerparken von Campingmobilen und Anhängern), Stephanienstraße (Dauerparken von Autos) unbefriedigend, wenn nicht sogar gefährlich.

Manche Fragen stellen sich aus unserer Sicht: Muss man in der Lorettostraße durchgehend beide Fahrtrichtungen haben? Wegen der Zufahrt zum Lorettokrankenhaus zwischen Merzhauser Straße und Schwimmbadstraße wohl sicherlich, aber weiter östlich? Wäre die Konradstraße ggf. als Einbahnstraße in West-Ost-Richtung denkbar? Braucht es nach dem Wegfall der zweiten Straßenbahnlinie auf der östlichen Basler Straße noch einen komplett getrennten Gleiskörper? Könnte man die Situation für Fußgänger (zu schmale Gehwege) und Radfahrer durch teilweise Mitbenutzung des Gleiskörpers für den IV entschärfen? Wie kann man die Situation auf der Günterstalstraße für den Fahrradverkehr in die Innenstadt verbessern?

Die Stadt macht derzeit dazu Anstalten, die Situation vor allem für den IV zu verbessern. Wie kann man dabei die Kreuzungen für Fußgänger über die B31 besser kanalisieren? Was ist gegen die wachsende Wohlstandsparkiererei im ganzen Viertel angezeigt, diese nicht mehr dauerhaft zu dulden? Sollten z.B. Zweitautos vor der Haustüre für Ihren Anspruch auf öffentliche Parkstände nicht stärker besteuert werden? Noch ist das Parken wie selbstverständlich möglich, doch zu Lasten vieler Mitanlieger. Was haben Campingmobile und Wohnwagen in unserem dicht besiedelten Quartier als Dauerparker überhaupt zu suchen? Ist vielleicht eine Straßenbahn-Haltestelle auf der Basler Straße in Höhe Goethestraße für eine bessere Anbindung der Unterwiehre an die Straßenbahn sinnvoll? Sollte ggf. darüber nachgedacht werden, den Wiehrebahnhof mit einem Abzweig von der Haltestelle Lorettostraße an das VAG-Netz anzubinden?

Der Ausbau der S-Bahn ins Höllental steht vor dem Abschluss. Immer mehr Pendler kommen aus dem Osten. Wegen einer Kanalsanierung in der Türkenlouisstraße muss 2021 der Gerwigplatz neugestaltet werden. Derartige Fragen lassen sich wohl noch zahlreich vermehren und erweitern. Der Bürgerverein will nach der Stadtratswahl und der neuen Zusammensetzung des Gemeinderats dazu beitragen, dass die Diskussion mit der Stadt verstärkt in Gang kommt. Wir möchten unsere Leser ermuntern, uns ihre Vorstellungen mitzuteilen, um die Diskussion im Stadtteil voranzubringen, um gute Argumente zu erarbeiten für fruchtbare Gespräche mit der Stadt. Es geht letztlich darum, liebe Bürger, das Umfeld auch ihres Lebensraumes zu verbessern. Bitte helfen Sie mit!

Klaus Füsslin

2019-11-12T09:43:21+01:0012.11.2019|Kategorien: Uncategorized|Kommentare deaktiviert für Drohender Verkehrskollaps in der Wiehre

Graffiti und Verunglimpfungen – nein danke!

Der Bürgerverein hatte kurz nach der Jahrhundertwende das Thema Graffiti und Schmierereien aufgegriffen und eine großflächige Bekämpfung dieses Unwesens gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Freiburger Stadtbild sowie Haus und Grund gefordert. Er hatte sich in anderen Städten informiert und auf der Ebene der Arbeitsgemeinschaft der Freiburger Bürgervereine eine Veranstaltung mit Referenten aus Pforzheim mitveranstaltet. Schließlich hatte man auch die Malerinnung mit im Boot.

Die Stadtverwaltung benötigte einige Jahre, um die zunehmende Brisanz des Themas zu erkennen, aber im September 2007 fand dann die erste Graffiti-Beseitigungsaktion in der Mittelwiehre statt. Das Wiehre Journal berichtete erstmalig in seiner Nummer 7 vom November/Dezember 2007 darüber. Vorgesehen waren Reinigungsaktionen in jedem Quartal – ein sportliches Ziel, das kaum zu erreichen war. Inzwischen sind die Abstände der Stadtteilreinigungen immer größer geworden. Die letzte gemeinsame Aktion mit der Malerinnung fand im April 2018 statt (s. dazu auch Heft 55, Mai/Juni).

Äußerst ärgerlich und bedauerlich werden weiter Graffiti und Schmierereien angebracht, wobei angesichts der innenpolitischen Entwicklungen der letzten Jahre das Augenmerk durchaus auch auf politische Verunglimpfungen zu richten ist. Sinnfrei erscheinen sie allemal. Neben der Stadt ist auch hier der einzelne Hauseigentümer gefordert, der für die Kosten der Entfernung von Hass-Texten gleich auch die finanzielle Unterstützung der Stadt finden sollte.

Klaus Winkler

2019-11-12T09:42:28+01:0012.11.2019|Kategorien: Uncategorized|Kommentare deaktiviert für Graffiti und Verunglimpfungen – nein danke!

Weihnachten: Programmierter Rückfall in eine schöne Bescherung?

Über 20 Prozent mehr Müllaufkommen verzeichnet die städtische Müllabfuhr innerhalb der Woche von Weihnachten bis Silvester.

Während immer mehr Menschen mittlerweile zum Schutze des Planeten ihre Kaufgewohnheiten ändern und auf Papier- und Plastikmaterial möglichst verzichten, würde ein Aufruf, Geschenke zwecks Papierersparnis bitte unverpackt unter den Baum zu legen wohl noch in den nächsten hundert Jahren nicht umgesetzt werden. Geschenke auspacken gehört einfach zum Fest der Feste in Deutschland dazu – selbst dann noch, wenn alle schon wissen was drin ist. Aber muss es denn tatsächlich eigens dafür hergestelltes Geschenkpapier oder gar hochglänzende Metallfolie sein, in die wir liebevoll unsere Präsente einpacken oder auch, weniger persönlich, in den Geschäften einpacken lassen? Muss eine reiche Beschenkung automatisch einen ebenso reichen Müllberg produzieren?

Zeitungspapier lustig gefaltet oder Packpapier liebevoll bemalt schafft so manche originelle Geschenkverpackung. Ebenso können aus alten Kalender- oder Notenblättern gebastelte kleine Schachteln oder Tütchen genauso attraktiver Blickfang für verpackte Kleinigkeiten unter dem Baum sein (im Internet finden sich jede Menge Bastelanleitungen dafür). In bunte Geschirrtücher oder auch flauschige Handtücher lassen sich nicht nur praktische Haushaltsgegenstände für noch junge Haushalte der Kinder und Enkelkinder verpacken. Überhaupt: Stoffe bzw. Stoffreste können als „Geschenkstoffe“ zukünftig eine gute und v.a. mehrfache (Weiter-)
Verwendung finden. Größere Teile wie Puppenstuben, Fahrräder, Snowboards oder auch der Heimtrainer für Erwachsene lassen sich gut in oder unter großen Tischdecken oder Betttüchern verbergen. Und sollten wir von anderen noch Geschenke in Geschenkpapier erhalten, greifen wir zum Bügeleisen und bügeln es zum Weitergebrauch wieder auf – wie es noch in den 60ern Erbtante Klara und andere sparsame Anverwandte taten.

Apropos Nachkriegszeiten… aus diesen stammt doch wohl die Angewohnheit bzw. das Bedürfnis, nach einem Festessen immer reichliche Reste zu haben – als sichtbares Zeichen dafür, dass wirklich alle pappsatt wurden und keiner Zurückhaltung üben musste. Während diese Reste früher nach den Feiertagen noch Verwertung fanden, wandert Übriggebliebenes heute häufig gleich in die Abfalltonne. Um das möglichst zu vermeiden, kaufen wir fürs Fest doch etwas weniger ein oder wir vereinbaren für den 27.12. mit der Hausgemeinschaft, den Nachbarn oder Freunden ein fröhliches Zusammensein, zu dem jeder seine Reste mitbringt? Ist doch immer interessant zu schmecken, was bei anderen so auf den Tisch kam. In diesem Sinne schöne Nachhaltigkeit allerseits.

Loretta Lorenz

2019-11-12T09:41:42+01:0012.11.2019|Kategorien: Uncategorized|Kommentare deaktiviert für Weihnachten: Programmierter Rückfall in eine schöne Bescherung?

Leserbriefe

01: Unser Holbeinpferd weckt Erinnerungen
Der Artikel über das Holbeinpferd weckte bei mir Erinnerungen und die Frage, ob noch jemand den kleinen Tante-Emma-Laden in der Holbeinstraße gekannt hat? Das Holbeinpferdchen stand dort schon, denn wir wollten immer auf unseren Spaziergängen mit den Großeltern dort „reiten“. Zuerst wohnten die Großeltern in der Villa Mitscherlich und anschließend in der Erwinstraße. Und meine Großmutter hat mich in den Jahren ca. 1967–69 häufig zum Einkaufen mitgenommen. Es ging ins Holbeinviertel zu einem kleinen Tante-Emma-Laden, wo meine Großmutter den damaligen Ladenbesitzer mit ‚Herr Schnabel‘ ansprach. Weiß jemand noch darüber Bescheid? Die ehemaligen Räumlichkeiten, in denen sich das Geschäft befand, gibt es heute noch. Es sieht aus wie eine Garagenzufahrt, also etwas tiefer gelegen als das Gehsteigniveau der Holbeinstraße, in der Nähe des Holbeinpferdchens.

Birgit Scherer

 

02: Seit geraumer Zeit ist die neugestaltete Kronenstraße wieder eröffnet. Die Reduktion auf zwei Fahrbahnen und die Straßenbahnverbindung sind sicher ein Fortschritt für diesen Bereich der Wiehre. Wir sollten nun aber auch die Erfahrungen mit der neuen Verkehrsführung betrachten. Eine gefährliche Verkehrssituation, die relativ leicht entschärft werden könnte, befindet sich am Fußgängerüberweg (Abzweigung Kronenstraße/ Basler Straße). Dort müssen zwei Fahrbahnen und die Straßenbahngleise überquert werden. Auf der stadtauswärts führenden Seite der Kronenstraße ist für den motorisierten Verkehr ein sogenannter U-Turn auf die stadteinwärts führende Fahrbahn möglich. Dies wird auch entsprechend genutzt. Den Fußgängerinnen und Fußgängern wird zur gleichen Zeit Grün signalisiert. Nicht selten befinden sich somit Passanten, darunter viele Schulkinder auf dem Überweg, wenn sich unerwartet ein PKW nähert, in der Annahme er habe freie Fahrt. Hier haben sich einige gefährliche Situationen ergeben. Blinde und sehbehinderte Menschen, die dem akustischen Signal folgen, sind hier ebenfalls stark gefährdet. Bei Beibehaltung der U-Turn-Regelung, müsste eine Warnlichtanlage die PKW-Fahrerinnen und -fahrer auf den gleichzeitig querenden Fußverkehr aufmerksam machen. Verwirrend ist die Tempo-30 Beschilderung für Autofahrer. Von der Kronenbrücke kommend wird zunächst das Tempolimit signalisiert, ab der Hummelstraße gilt dieses jedoch nur noch von 22 – 06 Uhr. Schüler*innen, die in den Morgenstunden hier in großer Zahl unterwegs sind, werden nicht durch die Tempobeschränkung geschützt. Hier wartet man oft auch ungewöhnlich lange auf Grünphasen für Fußgänger, was häufig zum „wilden“ Überqueren der Kronenstraße und damit zu hoch gefährlichen Situationen führt.

Rüdiger Binkle

 

03: Zum Thema „Bauentwicklung auf dem Lorettoberg“ aus Wiehre-Journal Nr. 61 September/Oktober 2019, Seite 7

Sehr geehrte Frau Lorenz,
vielen Dank für Ihre Mühe bei der Redaktion des gut gelungenen Hefts. Auf Seite 7 befasst sich Herr Bolder mit der Bauentwicklung auf dem Lorettoberg. Das Bild Nr. 2 von der Baustelle Kreuzkopfstraße zeigt nicht den Zustand am 01.10.2017, sondern im Sommer 2019. Seit Ende 2017 entsteht dort ein Monstrum, das mit dem auf Bild 1 gezeigte Modell nun gar nichts mehr zu tun hat. Zunächst entstand unter massiver Belästigung der Nachbarschaft ein Riesenloch im Berg. Die Nachbarn der Mercystraße, zu denen ich gehöre, wurden um Verständnis für den dadurch verursachten erheblichen LKW-Verkehr gebeten, aber nicht vom Bauherrn, sondern von einer anonymen Baugesellschaft. Die Bitte, dass sich der Bauherr selbst einmal vorstellen möge, blieb unerhört. Unerhört ist jedoch vor allem das Ergebnis, das Herr Bolder vornehm zurückhaltend würdigt, wenn er die jetzige Erscheinung im Landschaftsbild mit dem Bild vergleicht, wie es seinerzeit beworben wurde. Um es deutlicher zu sagen: Eine derartige „Brutalarchitektur“ sucht weit und breit ihresgleichen. Massive Vorwürfe sind der Stadt zu machen, die es nicht auf die Reihe bekommen hat, einen Bebauungsplan zu erstellen, welcher derartiges verhindern hätte können. Bereits mit dem Aufstellungsbeschluss vom 08.05.2013 wurde ein Bebauungsplan Kreuzkopfstraße im beschleunigten Verfahren gemäß § 13a BauGB (Plan-Nr. 4-85) mit entsprechend eindeutiger Begründung auf den Weg gebracht (Drucksache BA-13/021). Die Gründe zu erforschen oder die Hintergründe aufzudecken, welche bis heute die Aufstellung eines Bebauungsplans verhindert haben, habe ich leider nicht die Zeit. Das müsste ein engagierter Journalist besorgen. Wir alle haben nun immerhin einen Eindruck von der Weitsichtigkeit der Stadt, denn genau das, was der Bebauungsplan verhindern sollte, ist eingetreten. Ich glaube kaum, dass die damaligen Vertreter und Mitarbeiter der Bauverwaltung sich vorstellen konnten, dass ihre Prophezeiung bei Weitem übertroffen wird. Wer sich das noch nicht angesehen hat, sollte es dringend nachholen. Um es mit Robert Gernhardt zu sagen („Nachdem er durch Metzingen gegangen war“):

Dich will ich loben: Häßliches,
du hast so was Verläßliches.
Das Schöne schwindet, scheidet, flieht –
fast tut es weh, wenn man es sieht.
Wer Schönes anschaut, spürt die Zeit,
und Zeit meint stets: Bald ist‘s soweit.
Das Schöne gibt uns Grund zur Trauer.
Das Häßliche erfreut durch Dauer.

Mit freundlichem Gruß,
Dr. Christoph Rosset

2019-11-12T09:40:38+01:0012.11.2019|Kategorien: Uncategorized|Kommentare deaktiviert für Leserbriefe

Die Kinder unserer Stadt sind unsere Zukunft

sagte Bürgermeister Prof. Dr. Haag anlässlich des offiziellen Spatenstichs zum Erweiterungsbau der Lorettoschule. Bis zum Herbst 2021 sollen 10 neue Klassenräume entstehen und 7 weitere von Grund auf saniert werden. 1,8 Millionen wird der in hohem Zeitdruck zu erstellende Bau  voraussichtlich kosten. Für den Anbau mussten jüngst 7 Bäume gefällt werden, für die die Stadt Ersatzpflanzungen in möglichst großer räumlichen Nähe versprach. Wir sollten einmal nachfragen, wo „unsere“ Bäumchen nun wachsen dürfen…..

wir leben hier, wir lernen hier“ Mit einem kleinen Rap eröffneten Kinder der Lorettoschule den Festakt (Copyright LoLo)

 

Spatenstich mit einiger Stadtprominenz (Copyright LoLo)

2019-10-02T20:16:22+02:0002.10.2019|Kategorien: Uncategorized|Kommentare deaktiviert für Die Kinder unserer Stadt sind unsere Zukunft

Editorial – Wiehre Journal Nr. 61

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder des Bürgervereins,

wir hoffen, dass Sie nach erholsamen Sommertagen wieder gut in der Wiehre gelandet sind. Wie versprochen haben wir unsere lange Sommerpause für die Daheimgebliebenen mit einigen Onlineartikeln auf unserer Webseite überbrückt, so dass die aktuelle Berichterstattung aus dem Stadtteil gewährleistet blieb.

Zurück am Standort Holbeinplatz hat unser Pferdchen nicht eine Nacht ohne Bemalung überstanden, was bei einigen Mitbürgern für Unmut sorgte. So haben in einer Pro- und Kontradiskussion wir Frauen vom geschäftsführenden Vorstandsteam die Argumente für und gegen eine ständige Neugestaltung des Kunstwerks zusammengetragen und jeweils um Kompromisslösungen ergänzt.

Apropos Farbe. Wissen Sie als Wiehremer was das blaue Monster ist und wo es sich befindet? Im Artikel zur Kinder- und Jugendarbeit Merzhauser Straße finden Sie die Antwort.
Ein weiterer Themenschwerpunkt dieses Heftes ist unser Hausberg, der Lorettoberg, und seine Entwicklung als Bau- wie auch als Ausflugsziel.

Anlässlich der Umgestaltung und Neueröffnung unseres großen Stadtteil-Supermarktes geben wir Tipps, wie Sie sich für den Einkauf dort optimal ausrüsten können und laden schließlich dazu ein, das eigene Kaufverhalten anhand einiger Leitfragen und auch Beobachtungen der Inhaberfamilie Strecker kritisch zu hinterfragen.

Na, neugierig geworden? Dann stellen Sie Ihr Handy auf lautlos und tauchen Sie ein in unsere Wiehre!

Loretta Lorenz
Für den Vorstand des Bürgervereins Mittel- und Unterwiehre

Hier gibt es die Online-Ausgabe.

2019-09-04T11:33:29+02:0004.09.2019|Kategorien: Uncategorized|Kommentare deaktiviert für Editorial – Wiehre Journal Nr. 61

Pro Neugestaltung

Es war im Sommer 2004 als plötzlich im Zimmer meines Sohnes einige leere Spraydosen herumlagen.

Ich erinnere mich noch sehr gut an meine Erleichterung, als sich herausstellte, dass diese nicht das Arbeitswerkzeug eines angehenden Graffitikünstlers waren, sondern dass Sohnemann mit seinen Freunden damit unserem Holbeinpferdchen den ihrer Meinung nach längst fälligen Besuch abgestattet hatten; mitternächtlich und Schmiere stehend, weil den Schülern schon deuchte, dass das Anmalen nicht ganz legal war. Umso überzeugter pochten die angehenden Abiturienten dann, zur Rede gestellt, ihren besorgten Eltern gegenüber auf eine Art von Gewohnheitsrecht: Das machen doch alle, und das schon seit vielen Jahren, und das wüssten Wiehremer Eltern auch ganz genau! Immerhin hätten wir unsere Kinder über Jahre hinweg nur mit dem Versprechen, beim meist originell bemalten Holbeinpferd vorbeizugucken, zum langweiligen Sonntagsspaziergang vor die Tür bekommen. Als letzte argumentative Trumpfkarte wurde dann noch oben drauf gesetzt, dass gerade durch diese frühen Kindheitserinnerungen der einmalige Akt der Bemalung ein geradezu
Identität stiftendes Ritual und damit verpflichtend für jedes Wiehremer Bobbele sei. Was sollte man dazu noch sagen?

Das ständig wechselnde Aussehen unseres Pferdchens hat zum Bekanntheitsgrad der Wiehre regional wie überregional durchaus beigetragen. Die alljährlich aus England anreisenden Enkelkinder meiner Nachbarin z.B. stellten jahrelang ihre Koffer schnell nur im Hausflur ab, um noch vor der Inbeschlagnahme durch die Großmutter nach dem neuesten Outfit des Pferdchens zu sehen. Auch in viele Regio- und Freiburgführer sowie auf Wikipedia hat es unser Pferdle geschafft und ist damit zu einem der beliebtesten Freiburger Fotomotive für Touristen geworden. Wie viele andere deutsche Städte verfügen über ein solch bekanntes inoffizielles Wahrzeichen, das einzig von der Kreativität und Ideenvielfalt seiner Bürger lebt? Die Stadt Freiburg, Eigentümerin des Pferdchens, wäre schlecht beraten, wenn sie nach der notwendig gewordenen Verschlankung des Pferdchens nunmehr verbieten und ahnden wollte, was sie seit Mitte der 70er Jahre geduldet hat.

Nun gut, klar ist nach den ersten neuen Farbschichten schon jetzt, dass die nächste Lymphdrainage für das Holbeinpferdchen irgendwann wieder ansteht. Vielleicht wäre das
Aufstellen eines Spendenkästchens eine Idee, in welches Bewunderer und „Künstler“ ihren Beitrag zur Erhaltung der Skulptur leisten könnten. Was auf Blumen- und Erdbeerfeldern zu klappen scheint, funktioniert vielleicht auch hier. Eine weitere Zunahme ständig wechselnder Fohlenoutfits steht mit einer solchen Maßnahme eher nicht zu befürchten: eine Bemalung wäre damit dann auch offiziell gebilligt und die Kunstaktion am Holbeinpferd kaum mehr konspirativ und mit Nervenkitzel verbunden wie früher – was manche anonymen Maler wohl von einer Neugestaltung des Pferdchens abhielte.

Hingegen würde es sicher einige geben, die zukünftig bereit wären für ihre sozialkritische oder politische oder auch sehr persönliche private Botschaft an die Welt einen Obolus zu entrichten. Einen Versuch wär’s doch wert.

Loretta Lorenz

2019-09-04T11:29:33+02:0004.09.2019|Kategorien: Uncategorized|Kommentare deaktiviert für Pro Neugestaltung

Kontra Neugestaltung

Die Skulptur von Bildhauer Werner Gürtner „stehendes Fohlen aus Betonguss“ hätte es ohne die vielfachen Veränderungen wohl nicht auf Wikipedia gebracht. Trotzdem zweifle ich persönlich daran, dass die ständige Umgestaltung des Holbeinpferdes hingenommen werden soll.

An einem Kunstwerk besteht das Urheberrecht des Künstlers und selbst der Eigentümer, die Stadt Freiburg, hat nicht das Recht, die ursprüngliche Form zu ändern, da dies eine Urheberrechtsverletzung darstellt. Wenn Dritte das Pferdchen einfach umgestalten ist das schlicht Sachbeschädigung.

Störend ist dabei vor allem die Respektlosigkeit dem Künstler gegenüber; man malt der Mona Lisa ja auch keinen Schnurrbart an, schon gar nicht auf dem Original. Aber anscheinend muss selbst diese heutzutage vor Übergriffen geschützt werden.

Dass nach der teuren Renovierung durch die Stadt und den vielen Berichten darüber, dass das Übermalen das Kunstwerk zerstört hat, das Pferdchen gerade mal einen halben Tag in seiner ursprünglichen Form erhalten blieb, steht für mich für die weit verbreitete Respektlosigkeit in unserer Gesellschaft. Kein Respekt vor dem Urheberrecht und damit dem Künstler, kein Respekt vor fremden Eigentum. Selbstverwirklichung geht allem voraus, am liebsten auf Kosten anderer.

Dabei besteht eine große Anhänglichkeit der Wiehremer, um nicht zu sagen Liebe zu dem Pferdchen. So gibt es aus den 50er Jahren viele Geschichten von Kindern, die das Fohlen füttern wollten oder ihm Wolldecken überlegten, damit es im Winter nicht friert. Diese haben die Mütter vorsorglich wieder eingesammelt, damit sie wieder für das Pferdchen benutzt werden konnten. Auch wurde für die Zeit der Restaurierung Ersatz an Stelle der Skulptur gestellt zum Zeichen, dass das Pferdchen fehlt. Dieses Verhalten zeigt eine Zuneigung zum und die Akzeptanz des Kunstwerks. Die ständige Umgestaltung mag ja interessant sein, aber das könnte man
heutzutage auch digital-virtuell machen und das analoge
Pferdchen in seiner historischen Gestaltung von 1936 respektieren.

Mo Lang-Dahlke

Vita des Holbeinpferdchens

  • 1936 geschaffen vom Bildhauer Peter Gürtner als „Fohlen aus Betonguss“ mit einem Gewicht von einer Tonne und 1,90 m hoch wie lang
  • 1951 von der Stadt Freiburg gekauft und am  Holbeinplatz aufgestellt
  • 1954 1. von der Stadt verordneter Anstrich in braun
  • Ab 1980 dokumentierte nächtliche Umgestaltungsaktionen
  • 1987 1. Kuraufenthalt bei Bildhauer Gerhard Hellstein
  • 1990 Vom Sockel geholt und beschädigt durch den PKW einer älteren Dame
  • 2019 2. Kuraufenthalt bei Bildhauer Hellstein: Gewichtsabnahme von 180 kg in 3 Monaten, Kosten der Kur 5800 Euro (davon 3000 Euro gesponsert von Familie Stather)
  • Seit 3.7.2019 an den alten Standort zurückgekehrt mit verfolgbarem starken Jojo-Effekt
2019-09-04T11:28:18+02:0004.09.2019|Kategorien: Uncategorized|Kommentare deaktiviert für Kontra Neugestaltung
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